Galerie 2017

Wendepunkt Rudermarathon 26.August 2017

Fotos Margrith Pfister-Kübler

 

Vogalonga Juni 2017

Fotos Susanne Eggmann

Fotos Michaela Suck

Bericht von Barbara Schoop

Der Ruderclub Steckborn an der Vogalonga 2017

 2 mila barche e 7700 partecipanti (2000 Boote und 7700Teilnehmende) so titelte die Zeitung  „il Giornale Nova Venezia“ ihre Titelseite mit dem Bericht über die Vogalonga 2017.

Die Teilnahme des Ruderclubs Steckborn ist da subsumiert. Einige Impressionen daraus für die Daheimgebliebenen:

Die Vogalonga ist ein traditionsreicher Ruderwettkampf, der am Pfingstsonntag zum 43. Mal durchgeführt wurde. Ursprünglich als Protestaktion gegen die lagunenzerstörenden Motorboote inszeniert, ist sie mittlerweile zu einem beliebten internationalen Manifest geworden, deren politische Motivation nur noch eine untergeordnete Rolle spielt.

Die Ruderstrecke beträgt sportliche 30 km und beginnt mitten im Herzen von Venedig im Becken vor dem Markusplatz, führt nach San Erasmo über Burano und  Murano zurück nach Venedig, durch den Canaleggio in den Canale Grande und zum Markusplatz. Während der Vogalonga ist Venedig einige Stunden frei vom motorisierten Schiffsverkehr.

 

Die Vorbereitung

Klappt es, klappt es nicht, mitgehen oder nicht ..... ?

Zeitgleich mit der Anmeldung begann das Rätseln. Martin, der Organisator und Fahrtenleiter, wollte den Versuch wagen, in einer grösseren Steckborner–Delegation an die Vogalonga zu fahren. Dennoch blieb lange unklar, ob überhaupt eine weitere Gruppe für das zweite Boot zustande kommen würde. Im letzten Moment schliesslich hatte es geklappt. Die zweite Bootsbesatzung war komplett und durfte mit an der Vogalonga vertreten sein. Charly und Knocker waren die auserwählten Boote. Martin und Clemens, die Verstärkung vom Ruderclub Diessenhofen, waren die Bootschefs. Erika, Judith, Christa, Eveline, Michaela, Patricia, Susanne und ich die gutgelaunte Crew.

Die Vorbereitungen konnten beginnen. Aus den Versäumnissen des letzten Jahres Lehren gezogen – Eveline und Christa sei Dank - wurde zuerst die Ausrüstung aufgestockt, Schweizerfähnchen im Doppelpack als Bootsschmuck, Fender um die Boote zu schützen. Für das angemessene Corporate Identity besorgte Susanne eigens bestickte Schirmmützen mit dem Emblem vom Ruderclub Steckborn.

 

Buongiorno Venezia

Die Lagunenstadt begrüsste uns mit strahlendem Sommerwetter. Markusplatz mit Campanile und Dogenpalast, die stolzen Palazzi, die Rialtobrücke und die unzähligen Gondeln mit ihren Gondolieres auf den Kanälen – die berühmte Stadtkulisse verströmte ihren Charme auf Anhieb.

Stationiert waren wir im Lido die Venezia, im vorgelagerten Teil von Venedig, etwas abseits vom grossen Touristenrummel und doch in Rudernähe zum Markusplatz: Vor dem Hotel eine kleine Strassenbar mit freundlicher Bedienung, dahinter ein Sandstrand um diese Jahreszeit noch angenehm leer. Ein beschaulicher Ort der Ferienstimmung aufkommen liess.

 

Ruderaktivtäten in den Lagunen

Bevor mit Rudern begonnen werden konnte, galt es einen geeigneten Ort zu finden, um die Boote ins Wasser zu lassen. Bei dem herrschenden Wellengang war das gar nicht so einfach. Dank Martins kundiger Anleitung und dem Einsatz von allen Händen und prüfenden Blicken gelang diese erste Übung und die Boote schaukelten ruderbereit im Wasser.

Der Einstieg ins schwankende Boot erforderte akrobatisches Geschick. Mir gelang dies nicht mit der gewünschten Eleganz und mein unvorsichtiger Fehltritt hätte fast das Boot zum kentern gebracht. Doch auf meine Bootskolleginnen war Verlass. Geübt im Stabilisieren hielten sie dem Schwanken stand und unversehrt sassen schliesslich alle auf ihrem Sitz. Die

erste Ruderrunde konnte starten.

Der Wasserverkehr und die Wellen waren anfänglich etwas gewöhnungsbedürftig. Motorboote, Vaporettis, Ausflugsboote und Transportschiffe kurvten auf den Lagunen, es galt sich nicht ablenken zu lassen, im Takt zu bleiben und den Weg dazwischen für die freie Fahrt zu finden.

Die Tour führte uns nach Murano. Die Fahrt durch den engen Kanal vermittelte einen ersten Eindruck über die erforderlichen Ansprüche bezüglich Steuersicherheit und Augenmass. Wir sollten später noch mehrere solch enge Passagen befahren.

In einem netten Restaurant auf einer kleinen Piazza, mit Blick auf die farbenprächtigen Häuserreihen auf der anderen Seite des Kanals, gönnten wir uns einen kleinen Imbiss. Diese beschauliche Mittagsidylle wurde durch die spektakulären Trainingsvorbereitungen eines älteren Kajakfahrerehepaares unterbrochen. Beim Versuch das Kajak ins Wasser zu setzen rutschte die Dame aus und stürzte in den Kanal. Zum Glück blieb sie unversehrt. Hingegen brachte die Dame die Empörung über diese Panne unmissverständlich zum Ausdruck.

Unsere ausgestreckten Arme als Hilfestellung um sie an Land zu ziehen, quittierte sie mit Nichtbeachtung. Stattdessen beschimpfte sie ihren Ehemann und bezichtigte ihn als Schuldigen. Die allgemeine Erheiterung über diese Situationskomik möge uns verziehen sein.

 

Der grosse Tag der Vogalonga

Wettkampfstimmung machte sich breit, Vorfreude und Unternehmungslust gemischt mit Herzklopfen und Nervosität. Zeitig ruderten wir los, um uns eine gute Startposition zu

sichern. Das Markusbecken füllte sich zusehends. Ein lebendiges Treiben, Boote über Boote soweit das Auge reichte, in allen Farben, Formen und Besetzungen. An Vielfalt und Fantasie wurde nicht gespart.

Zuweilen mutete das Ganze nahezu feierlich an. Viele Boote waren mit Blumensträussen oder farbigen Wimpeln liebevoll geschmückt und die Besatzung entsprechend ausgerüstet.

In Sachen Stilsicherheit trumpften die Venezianer auf. Sie setzten weniger auf sportliches Outfit als vielmehr auf traditionellen Schick. Die Herren in gebügelten Hemden und Strohhüten oder in klassisch gestreiften Gondoliere Shirts, in Röcken und Rüschenblusen die Damen. Man versank in die Welt des Betrachtens.

Plötzliche entstand Aufregung. Ein unvorsichtiger Motorbootfahrer hatte sich verbotenerweise in das Markusbecken begeben und tatsächlich ein Kajak gerammt. Empörung wurde laut, die Polizia mit dem Jet Ski traf ein und regelte die Sache.

Punkt 9 Uhr der Kanonenschuss – es konnte losgehen. Die bunte Masse aus 2000 Booten setzte sich zeitgleich in Bewegung, Bootsgewimmel dicht an dicht, ein heiterer Tumult.

Trommelschläge und lautstarke Zurufe in allen Sprachen bot die begleitende Geräuschkulisse.

Die Konzentration der Steuermänner und -frauen war gefragt. Hin und wieder kam man sich doch trotz aller Vorsicht ins Gehege. Mit der Zeit verteilte sich die Masse. Munter ruderten wir Schlag um Schlag, Kilometer um Kilometer.

Nach der halben Strecke war eine kurze Pause angesagt, ein Schluck Wasser und ein paar Bissen Brot, dann ruderten wir weiter. Die Hände brannten, die Beine wurden langsam steif, wir aber hielten uns tapfer.

Der letzte Streckenabschnitt als imposantes Finale. Im Canaretto applaudierten die Menschen am Quai. Auguri, Auguri, Bravi, Bravi war zu hören. Aus dem Fenster eines Palazzos blickte ein alter Mann, er hielt eine Hupe in der Hand und hupte lautstark zum Empfang. Rührend diese Geste. Die letzten Meter durch den Canale Grande unter der Rialtobrücke durch bis zum Markusplatz, wir jubelten und hatten es geschafft.

Glücksgefühle die wir mit einem Apéro begossen.

 

Das glanzvolle Rahmenprogramm

Die pittoreske Stadtkulisse, die Fahrten mit den Vaporettismund die italienische Küche verliehen dem Aufenthalt einen zusätzlichen Glanz. Clemens, in Venedig ortskundig, hatte nicht nur im Boot das Steuer übernommen sondern übernahm auch gleich die Rolle des Reiseführers. Zielsicher führte er uns durch das venezianische Gässchen Labyrinth, über all

die vielen Brücken zu den verträumten Plätzen und zeigte uns hübsche Ecken, in denen abseits der grossen Touristenströme ein Hauch italienischer Alltag haften geblieben ist. Dort wo das das vollbeladene Gemüseschiff noch als Marktstand dient oder dort wo Studentinnen und Studenten heute noch ein Glas Wein für einen Euro bekommen.

Zugegeben, bei dem einen oder anderen Schaufenster hätten mindestens wir Damen uns heimlich einen ausgiebigeren „Ruder - halt“ gewünscht. Aber wir waren ja schliesslich zum Rudern da....

 

Die wohltuende Gruppe

Last but not least hat die positive Gruppendynamik zum gelungen Ereignis beigetragen.

Die Unbeschwertheit und Fröhlichkeit, der Humor, die Hilfsbereit und Toleranz aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer war beispielhaft und wohltuend.

Alles in allem waren es vier wunderbare Tage. Die Erinnerungen daran sind nachhaltig und werden mich noch eine Weile durch das Jahr begleiten.

 

Herzlichen Dank an Alle die mitgewirkt haben

Herzlichen Dank Martin für die Organisation

 

Barbara Schoop

 

Eröffnungsfest Umbau Bootshaus 1.Etappe mit Bootstaufe 15.06.2017

Fotos Margrith Pfister-Kübler

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