Sicherheit

 

Rudern gehört zu den unfallärmsten Sportarten überhaupt, jedoch nur, wenn elementare Sicherheitsregeln eingehalten werden.

 

Eigenverantwortung

Ruderer sollen bei guter Gesundheit und für die herrschenden und möglichen Bedingungen richtig angezogen sein. Alle Ruderer und Steuerpersonen sind in der Lage mindestens 300 m im freien Gewässer schwimmen zu können.

 

Schwimmwestenpflicht

  • Ausserhalb der Uferzone (300m Abstand vom Ufer), bei Seeüberquerungen und auf allen fliessenden Gewässern müssen Schwimmwesten mitgeführt werden.

  • Die Vorschriften gelten unabhängig von der Jahreszeit, auch im Sommer.

  • Jede Ruderin, jeder Ruderer ist selbst für die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften verantwortlich.

 

Fahrregeln

  • Auf dem Wasser gilt Rechtsverkehr, d.h. die Steuerbordseite ist die Uferseite.

  • Uferzonen - innere und äussere Uferzonen wie Sperrzonen - berücksichtigen.

  • Kreuzen auf Backbordseite

  • In ungesteuerten Booten kontrolliert der Bugmann die Fahrtrichtung, indem er regelmässig nach vorne schaut, um Kollisionen zu vermeiden.

  • Kursschiffe haben immer Vorfahrt, der Kurs im Ruderboot wird so gewählt, dass ein möglichst grosser Abstand zum Kursschiff eingehalten wird.

  • Ebenfalls Vorfahrt vor Ruderbooten haben:
    - Seepolizei und Boote mit Blaulicht
    - Berufsfischer: gelber Ball / gelbes Licht; Schleppangler: weisser Ball
    - Segelboote unter Segel
    - Surfer / Kanufahrer

 

Verhaltensregeln

  • Die Witterungs- und Wasserverhältnisse sind vor und während der Ruderausfahrt von der gesamten Mannschaft gemeinsam zu überprüfen und dem Erfahrungsstand der Mannschaft anzupassen. Sicherheit geht vor!

  • Standorte der lokalen Sturmwarnvorrichtungen kennen und wie folgt beachten:

  • Vorwarnung = blinkt 40x pro Minute: Vorsichtsmeldung macht auf die Gefahr des Aufkommens von Sturmwinden ohne nähere Zeitangaben aufmerksam
    Verhalten der Ruderer: Ruderboote bleiben in Ufernähe, Wetter beobachten

  • Sturmwarnung = blinkt 90x pro Minute: warnt vor unmittelbarer Gefahr von aufkommenden Sturmwinden
    Verhalten der Ruderer: Ruderboote suchen den nächsten Hafen bzw. nächste Landemöglichkeit auf, bzw. bewegen sich den Witterungsverhältnissen entsprechend, in Richtung Ufernähe heimwärts.

  • Bei grossen Wellen, z.B. bei Vorbeifahrt von Kursschiffen, Boot parallel zu den Wellen stellen und mit den Rudern stabilisieren, um ein Auffüllen des Bootes mit Wasser oder das Knicken des Bootes zu vermeiden.

  • Vor dem Rudern werden das Boot und die Mannschaft mit dem Fahrziel im Logbuch eingetragen.

  • Als Sperrzonen gelten gesperrte Wasserflächen, die mit gelben, kugelförmigen Schwimmkörper (Bojen) gekennzeichnet sind.

  • Wasserpflanzen wie Schilf, Binsen und Seerosen dürfen nicht befahren werden.

  • In der Regel ist ein Abstand von mindestens 25 Meter einzuhalten.

 

Telefonnummern Rettungsdienst

  • Sanität: 144

  • Seepolizei: 117

  • REGA: 1414

 

 

 

Überleben im eiskalten Wasser

"Wenn ich kentere, dann schwimme ich einfach ans Ufer!"

 

Im Sommer mag so ein unfreiwilliges Bad ja eine angenehme Abkühlung bringen. Im Winter kann es gefährlich werden. Als Faustregel gilt: Die Überlebenszeit im Wasser in Minuten entspricht im Durchschnitt der momentan herrschenden Wassertemperatur. Das heisst, ist das Wasser 5 Grad C, entspricht dies ca. 5 Minuten Überleben.

 

Trockenes Ertrinken (in den ersten Sekunden):

Bei rund einem Fünftel aller Todesfälle im Wasser handelt es sich um "trockenes Ertrinken". Kaltes Wasser, das in die Nase oder in den Rachen gelangt, löst dabei einen Muskelspasmus aus. Die Luftwege werden verschlossen, es gelangt zwar kein Wasser in die Lunge, aber auch keine Luft mehr.

 

Kälteschock (in den ersten Minuten):

Oft kommt es beim Eintauchen ins Wasser zu einer Überreizung der Kälterezeptoren auf der Haut. Die Folge ist eine spontane, reflexartige Reaktion: ein tiefer Atemzug, gefolgt von schnellen unregelmässigen Atemzügen (Hyperventilieren) Dieser Reflex kann auch unter Wasser nicht unterdrückt werden. Das Risiko eines Kälteschocks besteht schon bei Wassertemperaturen von 10 – 15 Grad.

 

Schwimmversagen (vor Eintritt der Unterkühlung)

Mit jedem Grad Temperaturabfall verlieren die Muskeln an Kraft. Folgen davon sind unkontrollierte Schwimmbewegungen und Verlassen der Kräfte. Schwimmversagen kann auch trainierte, geübte Ruderer treffen.

 

Unterkühlung, Hypothermie

Fällt die Körpertemperatur unter 35 Grad, spricht man von Hypothermie. Wasser entzieht dem Körper weitaus schneller Wärme als Luft. Deshalb so schnell wie möglich das Wasser verlassen, einsteigen oder sich aufs Boot legen. Kleider anbehalten. Auch nasse Kleider isolieren besser als gar keine Kleider. Unnötige Bewegungen kosten Kraft und sind deshalb unbedingt zu vermeiden. Also ruhig und überlegt handeln.

 

 

Fazit

Es kann jeden treffen, auch gute Schwimmer. Und: Hypothermie ist bei weitem nicht die Haupttodesursache in kaltem Wasser. Schwimmwesten erhöhen die Überlebenschance wesentlich.

 

Also: Im Winter, dass heisst bei Wassertemperaturen unter 15 Grad möglichst in C-Booten oder Grossbooten rudern. Schwimmwesten tragen! Im Zweifelsfall lieber auf dem Ergometer trainieren.

 

Weitere Informationen

» Überleben im kalten Wasser (pdf, ca. 190 KB)

»  Hypothermie

» Erfahrungsbericht eines Teilnehmers an einem Hypothermiekurs des Polytechniker Ruderclubs (ab Seite 31; pdf, ca. 2.7 MB)

 

 

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